„Einer für alle – und alle für einen!“ – Der Jg. 5 erlebt Teambuilding

„Wie sollen wir nur gemeinsam die Plane auf „links“ ziehen?“

 

„Die Plane ist grün und soll blau werden. Ach ja, und keiner darf dabei auf dem Asphalt stehen.“

Zunächst wird der Erlebnispädagoge von 27 Augenpaaren ungläubig fixiert. Dann schauen sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b untereinander irritiert an, unschlüssig darüber, wie diese Aufgabe bewältigt werden kann.

 

Nach der anfänglichen Fassungslosigkeit und Bewegungsstarre erfolgt ein Vorschlag nach dem anderen – aber auch hier wieder zunächst Unschlüssigkeit darüber, welcher Lösungsweg denn nun eingeschlagen werden soll.

Das hat etwas mit Vertrauen zu tun – denn nicht jede Idee scheint nämlich zum Ziel zu führen.

Andere Ideen sind auch gut, nachvollziehbar. Aber sie werden nur leise ausgesprochen, nicht jeder bekommt sie mit.

„Und was machen wir nun?“ – „Welche Idee versuchen wir zuerst umzusetzen?“

Man einigt sich – wieder und immer wieder stellen sich die Schülerinnen und Schüler auf die Plane, ungewollt werden Personen von der Plane geschubst, geschoben.

Das bedeutet dann Neuanfang.

Aber – und das ist für die außenstehenden Beobachter ebenso spannend wie für die Akteure selbst – die Konzentration nimmt zu, wird deutlich sicht- und spürbar auf die optimale Handlung und schließlich auf das finale Ziel gelenkt.

Und am Ende heißt es erleichtert und vor allem überglücklich:

„Geschafft!“ (hier die Klasse 5b)

 

„Wir haben es geschafft – die Plane ist blau!“

 Aber was nehmen denn nun alle Klassen der Jahrgangsstufe 5 aus dem Experiment mit?

 

In Kurzform: wichtige Erfahrungen für das Zusammenwirken und –leben in einer Schulklasse.

Man kann das auch „Klassenklima“ nennen:

 Gemeinsam Problemstellungen besprechen – Lösungswege diskutieren – Absprachen treffen – Ideen, auf die man sich geeinigt hat, gemeinsam umsetzen – das bedeutet, erproben, um dann gegebenenfalls festzustellen, dass ein anderer Weg vielleicht besser geeignet gewesen wäre – Fehlversuche akzeptieren und reflektieren, Neuversuche motiviert starten – am Ende aber erfolgreich sein! Im Team erfolgreich sein!

Nach dem Unterricht kann also jede/r Einzelne mit dem Gefühl nach Hause gehen, für die und mit der Gruppe etwas Besonderes erreicht zu haben.

Das ist (fast) so, wie bei den drei Musketieren:

Einer für alle – und alle für einen!

(Rolf Kaudelka, TZ-Lehrer)