Ohne Jungs machen MINT-Fächer mehr Spaß

Achtklässlerinnen der Gesamtschule Seilersee haben zwei Tage intensiv geforscht und gearbeitet.

Von Jörg Schumacher (hinten, li.), Schulleiter Daniel Asmuth (2. v. li.), Dozenten und Fördervereinsmitglieder haben die Mädchen ihre Zertifikate und die selbst produzierten Schlüsselanhänger bekommen.
Foto: Michael May

Wie 3D-Drucke und CAD-Programme funktionieren, wissen jetzt 23 Achtklässlerinnen der Gesamtschule Seilersee. Sie hatten die besondere Gelegenheit, Teil eines Pilotprojekts, das die Schule zusammen mit dem Förderverein Schule-Beruf und der Agentur für Arbeit gestartet hat, zu sein.
„So etwas gab es im Märkischen Kreis bisher noch nie“, sagt Jörg Schumacher von der Agentur für Arbeit. Zwei Tage lang wurden die Mädchen unter dem Motto „MINT – mal anders“ in die Berufswelt der Entwickler, Konstrukteure und Ingenieure eingeführt, hatten Einblicke in moderne und künftige Fertigungstechniken erhalten. „Wir müssen an unserer Schule erst einmal eine Kultur der Berufsorientierung entwickeln“, erklärt Gesamtschul-Leiter Daniel Asmuth, der sich über die große Resonanz von Seiten der Teilnehmerinnen freut. 20 Plätze waren geplant, sechs weitere Schülerinnen hatten sich sozusagen durch „Mund-zu-Mund“-Propaganda zu Projektbeginn noch kurzfristig angemeldet. Drei sind letztlich durch Krankheit ausgefallen. Asmuth verweist darauf, dass der jetzige Jahrgang 8 zu 65 Prozent aus Jungen besteht, und dass bei den Mädchen durch das Projekt das Interesse an Naturwissenschaften noch einmal auf einem anderen, neuen Weg geweckt werden sollte.
Und das hat funktioniert, wie die Teilnehmerinnen, die jetzt ein Zertifikat bekommen haben, im Gespräch erklären. „Mal etwas Neues“, sagt die Eine, und die Nächste lobt die leise Arbeitsatmosphäre. Laut wird es, als die Frage gestellt wird, ob ein solches Projekt auch zusammen mit Jungs funktionieren würde. „Nein“, schreien die Mädels wie aus einem Mund. Die Jungs, so Asmuth, hätten sich während des Projekts bereits beschwert, dass sie nicht dabei sein durften, als es um die Konstruktion eigener Schlüsselanhänger ging.

Text und Foto © Iserlohner Kreisanzeiger, 29.05.2019 → ikz-online.de